Kammerchor Burgau e.V.

Konzert mit geistlichen Werken

 

Gabriel Fauré: Cantique de Jean Racine
Jules Massenet: Meditation de Thaïs
Giacomo Puccini: Messa di Gloria

 

Sonntag, 28. Oktober 2018, 16:00 Uhr (Zeitumstellung beachten)
Stadtpfarrkirche Burgau

Kammerchor Burgau,
Sinfonietta Lamagna

Leitung:
Herwig Nerdinger

Solisten:
Marco Antonio Rivera, Tenor
Lee Kwang-Keun, Bass
Klaus Nerdinger, Solovioline

Kartenvorverkauf:
Buchhandling Hutter, Günzburg (08221 369 614)
Otto Bezikofer GmbH, Dillingen (09071 9049)
Böck Bürotechnik, Burgau (08222 2434)

Eintritt:
Normal 25,- €
Ermäßigt 10,- €

 

Programm: 

 

Gabriel Fauré (1845 – 1924) - Cantique de Jean Racine

Gabriel Fauré komponierte den Cantique de Jean Racine 1865 als preisgekrönte Abschlussarbeit seiner musikalischen Ausbildung. Die ursprüngliche Besetzung für Chor und Orgel erweiterte der Komponist um eine Streicherbegleitung; die Fassung mit Orchester wurde 1906 erstmals aufgeführt. Als Text wählte Fauré die französische Nachdichtung des lateinischen Hymnus „Consors paterni luminis“ durch Jean Racine. Der Cantique besitzt bereits die für Fauré typischen Charakteristika eines ausdrucksvollen Chorsatzes und gehört zusammen mit dem wesentlich später entstandenen Requiem zu den beliebtesten Werken des Komponisten.


Jules Massenet (1842 – 1912)  –  Meditation

Jules Émile Frédéric Massenet war ein französischer Opernkomponist des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Er gehörte bald zu den einflussreichsten Musikdramatikern Frankreichs, dessen Werke vor allem durch nuancenreiche Melodik und Harmonik überzeugten. Besondere Bekanntheit erreichte Massenet durch das mit Meditation überschriebene symphonische Intermezzo aus der leicht orientalisch geprägten Oper Thaïs. Dessen melodischer Solopart der Violine wird der Bezeichnung Andante religioso in berührender Weise gerecht.    

 

Giacomo Puccini (1858 -1924) – Messa di Gloria

Giacomo Puccini entstammte einer angesehenen Musikerfamilie, die in vier Generationen als städtische Musikdirektoren und Domorganisten im toskanischen Lucca wirkten. Das Studium am Instituto Musicale Pacini in seiner Heimatstadt Lucca sollte, den Vorstellungen der Familie entsprechend, den begabten jungen Mann auf den Beruf des Kirchenmusikers vorbereiten. In dieser Zeit entstand 1878 das „Credo“ der Messa di Gloria, die er bis zum Jahre 1880 zum vollständigen Ordinarium mit Kyrie, Gloria, Sanctus und Agnus Dei komplettierte. Die Aufführung der Komposition im Rahmen eines Gottesdienstes im selben Jahr wurde mit großer Begeisterung aufgenommen.  

Doch bald verweigerte er sich dem Wunsch der Familie und zog nach Mailand, um dort, am damals renommiertesten Konservatorium Italiens, seinen Traum als Opernkomponist zu verwirklichen. Doch seine ersten musikalischen Bühnenwerke waren nicht unbedingt mit Erfolg gekrönt. Selbst die heute als unbestrittenes Meisterwerk anerkannte Oper „Manot Lescaut“ wurde 1893 in Turin nach drei Vorstellungen abgesetzt. In dieser Zeit spielte er mit dem Gedanken, seine Laufbahn als Musikdramatiker aufzugeben und er begann, ältere Stücke aus seiner Zeit in Lucca zu überarbeiten, so auch seine Messa.

Dieses Werk blieb jedoch Jahrzehnte lang unbeachtet und wurde zu Lebzeiten des Meisters nie mehr aufgeführt. Ein Puccini-Verehrer, der italo-amerikanische Priester Dante Del Fiorentino, stieß beim Sammeln von Puccini-Handschriften auf eine alte Abschrift der Komposition. Erst 72 Jahre nach der Erstaufführung der Messe kam es dann 1952 in Chicago zur Wiederaufführung der Messa a 4 voci con Orchestra, was eine Renaissance dieses großartigen kirchenmusikalischen Werks nach sich zog. Die ungewöhnlich umfangreiche Vertonung des „Gloria“ ist der Grund, weshalb sich für das Werk die Bezeichnung Messa di Gloria eingebürgert hat.  

Diese Komposition des damals 20- bzw. 22-Jährigen zeigt in überzeugender Weise satztechnische Meisterschaft und offenbart hier schon früh die melodische Erfindungskraft des in seinen späteren Jahren so erfolgreichen Opernkomponisten. Er selbst scheint seine Komposition sehr geschätzt zu haben, denn er zitierte Teile der Messa in zwei seiner Opern.

Im Kyrie, in dessen instrumentaler Einleitung die wesentlichen thematischen Gedanken schon anklingen, erhält die Bitte um Erbarmen in den motettisch gestalteten Chorpassagen den angemessenen Ausdruck.

Die einzelnen Textabschnitte des Gloria dagegen sind von ganz unterschiedlichem Charakter: Fröhlicher, fast ausgelassener Jubel im „Gloria in excelsis“, opernhaft arios das Tenorsolo des „gratias agimus“, im Stil Verdis die packenden unisono-Partien des „qui tollis peccata mundi“. Schließlich die breit angelegte Schlussfuge mit ihren verschiedenen kontrapunktischen Kunstgriffen, wobei gegen deren Ende nochmals kraftvoll  das Gloria-Thema aufgegriffen wird.  

Das Credo, die Keimzelle des Werks aus dem Jahre 1878, gießt die Aussagen des Glaubensbekenntnisses durch die stimmige Wiederkehr der einzelnen thematischen Einfälle in klar gegliederte Formverläufe. Innig das vom Chor begleitete Tenorsolo des „et incarnatus est“, mit großem Pathos „Et unam sanctam catholicam et apostolicam Ecclesiam“, überraschend das im tänzerischen 6/8-Takt ausklingende „et vitam venturi saeculi. Amen“.

Sanctus-Benedictus und Agnus Dei sind im Verhältnis zu  den ausladendenden Messteilen „Gloria“ und „Credo“ bemerkenswert knapp gehalten, die darin enthaltenen einzelnen Soloabschnitte von Tenor und Bariton schwebend liedhaft.  

 

Herwig Nerdinger

 

Top